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HPV - Projekt

In Deutschland erkranken jährlich knapp 4600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom), und ca. 1600 versterben daran. Als Hauptursache gilt eine meist sexuell übertragene Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV), die auch bei Männern beispielsweise Mund-/Rachenkrebs auslösen kann. Durch die langjährige Forschung des Nobelpreisträgers Prof. Dr. Harald zur Hausen ist der Zusammenhang geklärt; eine wirksame Schutzimpfung steht dank seiner wissenschaftlichen Arbeiten zur Verfügung. Die Impfung ist extrem nebenwirkungsarm und in manchen Ländern (z. B. Australien) schon lange sehr erfolgreich erprobt. In Deutschland wird diese Schutzimpfung nur für Mädchen (9 − 14 Jahre) empfohlen; die Inanspruchnahme liegt jedoch bundesweit nur bei 30 − 40 %. Ein Modellprojekt „Freiwillige HPV-Schulimpfung“ im Kreis südliche Bergstraße der Initiative Prävention in der Metropolregion Rhein-Neckar hat gezeigt, dass eine Steigerung der Impfrate durch gezielte Aufklärung (Elternabende in Schulen, Informationsmaterialien etc.) möglich ist. Ein Fragebogen zur Kurzbewertung hat ergeben, dass 58 % aller Eltern Interesse hatten, 77 % der Mädchen interessierter Eltern wurden geimpft. 85 % werden die Schulimpfung weiter empfehlen.


Die Deutsche Krebsstiftung hat dieses Modellprojekt durch Anfertigung eines Aufklärungsfilms in der Reihe „Du bist kostbar“ mit der Betroffenen Frau Sabrina Scherbarth mitfinanziert und sich des Themas auch aus grundsätzlichem Interesse angenommen. Die HPV-Impfung ist eine echte Krebsprophylaxe! Auf dem letzten German Cancer Survivors Day im Sony Center in Berlin am 1. Juni 2017, der wieder von der Deutschen Krebsstiftung hauptverantwortlich ausgerichtet wurde, war der Gebärmutterhalskrebs ein zentrales Thema.

Im Bild v. l. n. r.: Sabrina Scherbarth und Heike Weinberg, Betroffene, Prof. J.F. Riemann, Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Krebsstiftung und Stephan Pregizer, Moderator. Foto: Sebastian Roeder

Betroffene haben unter der einfühlsamen Moderation des Journalisten Stefan Pregizer ihre „Geschichten“ erzählt und damit ihr persönliches Schicksal offen kommuniziert. Das Interesse war wieder groß, sowohl vor Ort als auch in den Medien. Der Aufruf zur Impfung wurde mehrfach thematisiert und hat sich auch in den Berichten über die Veranstaltung niedergeschlagen.


Die Deutsche Krebsstiftung will im Rahmen dieses HPV-Projekts weiter zur Aufklärung äber die Impfung und für die Impfung auch der Jungen beitragen. Intensive Gespräche mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA haben zu einer Internetseite über ein Portal der BZgA geführt, das direkt zur Impfaufklärung führt ( www.liebesleben.de/hpv ). Die weitere Ausgestaltung der Seite zu einer verständlicheren Darstellung für Jugendliche wird von der BZgA vorgenommen. Parallel dazu erfolgt die Kontaktaufnahme mit „Influencern“ in den sozialen Medien, z. B. mit der Initiative „Jugend gegen Aids“; damit soll versucht werden, auch in diesem Bereich mit jugendverständlicher Sprache eine Botschaft für Mädchen und Jungen zu entwickeln, die Zuspruch bei den entsprechenden Altersgruppen findet.


Mit dem HPV-Projekt will die Deutsche Krebsstiftung dazu beitragen, die Aufmerksamkeit auf die großen Defizite bei der Inanspruchnahme der Impfung zu verstärken und mit allen kooperieren, die sich dem Thema HPV-Impfung verschrieben haben.