HPV-Projekt

In Deutschland erkranken jährlich knapp 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und ca. 1.600 versterben daran. Als Hauptursache gilt eine meist sexuell übertragene Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV), die auch bei Männern beispielsweise Mund-/Rachenkrebs oder Analkrebs auslösen kann. Darüber hinaus müssen jährlich mehr als 90 000 Frauen operiert werden, um Krebsvorstufen zu entfernen.

Dank der langjährigen Forschung des Nobelpreisträgers Prof. Dr. Harald zur Hausen steht eine wirksame Schutzimpfung gegen eine HPV-Infektion zur Verfügung. Die Impfung ist in manchen Ländern (z. B. Australien) schon lange sehr erfolgreich erprobt. In Deutschland wird sie für Mädchen und seit 2018 auch für Jungen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen. Doch die Teilnahmeraten an der Impfung liegen bislang bundesweit nur bei 30 bis 40 Prozent.

Unser Engagement für eine höhere HPV-Impfrate

Die Deutsche Krebsstiftung möchte erreichen, dass die HPV-Impfung in Deutschland besser genutzt wird, und setzt sich für eine ausgewogene, fundierte Aufklärung ein. Dabei arbeiten wir mit Partnern zusammen, um gemeinsam eine Kommunikationsstrategie auf vielen Ebenen zu entwickeln: für Ärzte, Eltern und Lehrer, aber auch für Jugendliche. Wir haben zu diesem Zweck eine Allianz gegen HPV ins Leben gerufen, in der u.a. die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung, das Robert Koch-Institut, der Öffentliche Gesundheitsdienst und zahlreiche ärztliche Fachorganisationen mitwirken.

Aktuelle Projekte

Im Juni 2019 hat die Allianz gegen HPV eine Stellungnahme zur HPV-Impfung veröffentlicht, die von zahlreichen medizinische Organisationen unterzeichnet wurden:  Stellungnahme HPV-Impfung_13.06.2019

Entscheidend für die Akzeptanz der Impfung bei Jugendlichen sind Informationen in jugendverständlicher Sprache. Das aktuell von der Stiftung finanzierte Pilotprojekt greift dabei auf die Erfahrung des Vereins „Jugend gegen Aids“ zurück, einer Selbstinitiative, die Präventionsarbeit von Jugendlichen für Jugendliche leistet. Dabei sollen junge Menschen zu „Peers“ ausgebildet werden, um in Schulen, Jugendeinrichtungen und sozialen Medien auf Augenhöhe zu informieren.

Abgeschlossene Projekte

Ein Modellprojekt „Freiwillige HPV-Schulimpfung“ im Kreis Südliche Bergstraße der Initiative Prävention in der Metropolregion Rhein-Neckar hat gezeigt, dass eine Steigerung der Impfrate durch gezielte Aufklärung (Elternabende in Schulen, Informationsmaterialien etc.) möglich ist.

Die Deutsche Krebsstiftung hat dieses Modellprojekt durch einen Aufklärungsfilm in der Reihe „Du bist kostbar“ mitfinanziert. Auf dem German Cancer Survivors Day 2017 waren der Gebärmutterhalskrebs und die Vorsorge ein zentrales Thema.

 

Hier gibt es weiterführende Informationen für Fachkräfte zum Thema HPV.