Nach dem Krebs: So gelingt der Wiedereinstieg in den Beruf

Vielen Krebserkrankten fällt es schwer, sich nach der Therapie wieder im Job zurecht zu finden. Warum ist das so und wie kann die Rückkehr ins Arbeitsleben nach einer so schweren Erkrankung gestaltet werden? Die Psychoonkologin Dr. Antje Müller von der Bremer Krebsgesellschaft und Marcus Pryzibilla, Rechtsanwalt und Experte für Sozialrecht, kennen die Hürden beim Wiedereinstieg in den Beruf. Gemeinsam mit der Deutschen Krebsstiftung bieten sie ab Januar einen kostenfreien Onlinekurs zu dem Thema an, bei dem Betroffene viele Tipps für einen unkomplizierten Wiedereinstieg erhalten.

Welche Probleme können bei der Rückkehr in den Beruf auftreten?

Dr. Antje Müller: „Betroffene möchten nach der Therapie häufig so schnell wie möglich wieder zurück in den Beruf und dort weitermachen, wo sie vor der Erkrankung aufhören mussten. Aber das ist oftmals gar nicht so einfach. Denn auch wenn die Behandlung erfolgreich war, Tumor und Therapie können Spuren hinterlassen, körperlich oder seelisch. Hinzu kommen die oftmals hohen Erwartungen der Arbeitskolleg*innen und Vorgesetzten an die Belastbarkeit der Betroffenen.“

Was erfährt man in Ihrem Online-Kurs?

Dr. Antje Müller: „Der Kurs „Nach dem Krebs: So gelingt der Wiedereinstieg in den Beruf“ unterstützt Krebspatient*innen bei der Rückkehr ins Arbeitsleben. Anhand von Fallbeispielen werden die häufigsten Fragen und Probleme bei der Rückkehr in den Job vorgestellt. Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick, welche Möglichkeiten sie selbst haben, um die Rückkehr so leicht wie möglich zu gestalten.

Marcus Pryzibilla: Die Teilnehmer*innen lernen auch ihre Rechte und Pflichten sowie Unterstützungsangebote kennen. Beispielsweise sind Arbeitgeber verpflichtet, länger erkrankten Beschäftigten ein Betriebliches Eingliederungsmanagement, kurz BEM, anzubieten.

Welche typischen Fragen tauchen denn im Zusammenhang mit dem beruflichen Wiedereinstieg auf?

Dr. Antje Müller: Viele sind unsicher, wann überhaupt der richtige Zeitpunkt zum Wiedereinstieg in den Beruf ist und was sie sich nach einer so schweren Erkrankung zutrauen können. Betroffene fragen sich auch oft, ob sie ihre Erkrankung am Arbeitsplatz offen kommunizieren sollen und wie sie sich am besten Unterstützung im Team sichern. Diese Themen werden wir im Onlinekurs behandeln.

Marcus Pryzibilla: Rechtsfragen rund um das betriebliche Eingliederungsmanagement und Kündigungsschutz sind häufig. Aber auch andere Fragen werden uns beschäftigen. Etwa, ob die Krankheit oder Behinderung bei Vorstellungsgesprächen kommuniziert werden muss, ob man nach der Rückkehr ein Recht auf seinen alten Arbeitsplatz hat und welchen Anspruch auf Arbeitshilfsmittel ein Arbeitnehmer hat.

Welche Vorteile hat ein Onlinekurs?

Dr. Antje Müller: Nicht alle Interessierten haben die Möglichkeit, ein entsprechendes Beratungsangebot vor Ort wahrzunehmen. Mit dem Onlinekurs ist man flexibler – die Referenten kommen per Computer quasi ins Haus.

Wie kann man teilnehmen?

Marcus Pryzibilla: Für die Teilnahme benötigt man nur einen Computer, Internetzugang, ein Headset, also Kopfhörer mit Mikrofon oder Telefon. Der Kurs besteht aus fünf Webinaren, eines dauert etwa 60 bis 75 Minuten. Es gibt einen Vortrag und die Teilnehmer haben auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

 

Mehr Informationen zum Online-Kurs „Nach dem Krebs: So gelingt der Wiedereinstieg in den Beruf“ gibt es hier.